Eine Studie hat ergeben … da sollte man immer genauer hinschauen. Die Frey/Osborne-Studie von 2013 und die Kritik ihrer Methodik. Und darüber hinaus

Sie hatten den Auftrag bekommen, einmal genauer auf das methodische Vorgehen in der vielzitierten Frey/Osborne-Studie aus dem Jahr 2013 zu schauen.

Die Auseinandersetzung mit dieser Studie ist auch deshalb von Bedeutung: Wesentlich bestimmt wurden die Diskussionen zur Digitalisierung der Arbeitswelt in den letzten Jahren durch die auf den US-amerikanischen Arbeitsmarkt bezogene Studie von Frey und Osborne (2013). Die Studienautoren zeichneten darin ein besorgniserregendes Bild der Zukunft. Demnach hätten 47 Prozent der US-amerikanischen Arbeitsplätze ein hohes Risiko, in den nächsten ein bis zwei Dekaden durch Digitalisierung (Computerisierung, Roboterisierung, Automatisierung) verlorenzugehen. Hohes Risiko bedeutet in diesem Kontext eine Automatisierungswahrscheinlichkeit von mehr als 70 Prozent.

mehr

Jetzt geht uns aber wirklich die Erwerbsarbeit aus. Also ganz vielen, sagt eine Studie. Da muss man genauer hinschauen

Wir steigen ein in das nächste Schwerpunktthema: „Digitalisierung, Roboterisierung, „Industrie 4.0“. Geht uns (wieder) einmal die Arbeit aus?“. Unzählige Medienberichte und Forschungsarbeiten gibt es mittlerweile zu dem Thema – und immer wieder (und immer noch) wird in diesem Zusammenhang die mittlerweile berühmte Studie von Frey/Osborne aus dem Jahr 2013 zitiert. Die steht stellvertretend als „Beleg“ für die Aussage, dass uns nun eine große automatisierungsbedingte Welle an Jobverlusten bevorsteht, die vielen Menschen ihren Erwerbsarbeitsplatz kosten wird.

Vor dem Hintergrund der herausragenden Bedeutung der genannten Studie ist es wichtig, sich mit dem Original auseinanderzusetzen und das aus einer methodenkritischen Sicht. Das muss man üben.

mehr

Eine Aktualisierung des Blicks auf die europäische und insbesondere die deutsche Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland

Wir haben im bisherigen Verlauf der Veranstaltung intensiv die unterschiedlichen Perspektiven auf die enorme Abhängigkeit der deutschen Volkswirtschaft (und das meint nicht nur der Unternehmen, sondern auch von Millionen Haushalten sowohl hinsichtlich der Energie für die Wohnungen und Häuser wie auch für deren Arbeitsplätze) miteinander besprochen und Sie haben unterschiedliche Einschätzungen der Ökonomen hinsichtlich eines vom Westen verhängten Importstopps bzw. umgekehrt eines Stopps der Lieferungen seitens Russland (wie bereits gegen Polen und Bulgarien erfolgt) kennengelernt.

Der Streit zwischen denen, die das für bewältigbar halten mit überschaubaren Schäden an der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung und denen, die erhebliche negative Auswirkungen annehmen, geht zwischenzeitlich weiter.

mehr

Ein Nachtrag zum Thema Mehrwertsteuersenkung als Entlastungsmaßnahme angesichts einer weiter steigenden Inflationsrate

Wir hatten uns intensiv beschäftigt mit den Forderungen nach einer Absenkung der reduzierten Mehrwertsteuer auf Lebensmittel – und Sie haben dabei die Argumente der Befürworter, aber auch der Gegner einer solchen Maßnahme kennengelernt. Und dass die Lebensmittelpreise aufgrund mehrerer schwergewichtiger Einflussfaktoren in den kommenden Monaten und Jahren steigen werden müssen.

Dennoch ist das Thema wichtig – gerade angesichts der überdurchschnittlichen Betroffenheit von Millionen Haushalten, die mit niedrigen Einkommen über die Runden kommen müssen. Vor diesem Hintergrund wird man bei so einem Beginn eines Beitrags hellhörig: »Eine Mehrwertsteuersenkung würde zur Bekämpfung der Inflation kaum helfen, meint Gustav Horn. Der Ökonom schlägt stattdessen ein Bündel an Maßnahmen vor, um vor allem Menschen mit niedrigem Einkommen besser zu unterstützen.«

mehr

Sie steigt weiter, die Inflationsrate. Neue Zahlen vom Statistischen Bundesamt

Ich hatte Ihnen in der vergangenen Woche einen Arbeitsauftrag mit auf den Weg gegeben:

Derzeit wird intensiv über die hohe und weiter steigende Inflationsrate diskutiert. Im März 2022 hat diese 7,3 Prozent erreicht – einen so hohen Wert hat man seit Jahrzehnten nicht mehr gemessen.

Seit einiger Zeit wird nun intensiv darüber diskutiert, dass man die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel absenken sollte, um die Menschen zu entlasten, vor allem die vielen, die mit nur sehr geringen Einkommen über die Runden kommen müssen.

mehr

Der Blick in die Glaskugel der vor uns liegenden (möglichen) gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Den hat jetzt auch der Bundeswirtschaftsminister gemacht

Sie wissen, die Einschätzung der aktuellen und die Vorhersage der auf uns zukommenden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist eine der wichtigsten Zuliefererfunktionen der Volkswirte, nicht nur für die vielen Unternehmen, sondern auch für die Politik.

In diesen Zeiten ist die Unsicherheitsintensität bei Prognosen besonders hoch, bedingt durch die Corona-Pandemie (die noch nicht zu Ende ist) sowie durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

So schreibt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) unter Leitung von Robert Hobeck (Grüne) unter der Überschrift Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im April 2022 – neue Prognosen für die deutsche Konjunktur: »Der russische Angriffskrieg in der Ukraine birgt substanzielle Risiken für die deutsche Konjunktur. Die Auswirkungen lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nur schwer beziffern. Sie hängen stark von der Dauer und der Intensität des Kriegs ab.«

mehr

Erdgasimporte aus Russland: Die Spekulationen gehen weiter. Daumen runter oder doch nicht? Das Fallbeispiel mit der Frage, ob man (nicht) und wenn ja, wann

Sie haben im ersten Teil der bisherigen Veranstaltung eine Menge Argumente für und gegen einen sofortigen Stopp der Erdgasimporte aus Russland serviert bekommen. Und auch wenn das bei dem einen oder anderen größte Verwirrung ausgelöst hat – die aktuellen Debatten verdeutlichen fast schon lehrbuchhaft, dass es eben nicht „die“ volkswirtschaftliche Argumentation gibt, sondern man mit durchaus plausiblen ökonomischen Begründungen teilweise völlig konträre Positionen vertreten kann. Und der Streit nicht nur der Gelehrten geht in diesen Tagen munter weiter.

Dabei finden die Diskussionen, die da geführt wurden und die Sie in der bisherigen VWL-Veranstaltung schon auszugsweise kennengelernt haben, auch ihren Niederschlag in der Medienberichterstattung.

mehr

Viele Milliarden Euro (mehr) für russisches Gas und Öl. Und die Frage, ob, wie und wann die Sanktionen gegen Russland wirken

Die gesamte russische Wirtschaft ist stark von den Rohstofferlösen abhängig. Etwa ein Drittel des russischen Staatshaushalts finanziert sich aus den Einnahmen aus dem Energiegeschäft. Mehr als zwei Drittel der Importe werden durch den Export von fossilen Energieträgern finanziert.

Jeden Tag gibt es neue Schreckensnachrichten, werden neue Gräueltaten aus der Ukraine bekannt. Was dabei schwer zu ertragen ist: Deutschland und die EU spülen über den Kauf von Öl, Kohle und Gas aus Russland tagtäglich rund 500 Millionen Euro in Putins Kriegskasse.

»Nach Berechnungen von Greenpeace könnte Deutschland in diesem Jahr deutlich mehr Geld für russische Energielieferungen überweisen als im letzten Jahr. Demnach könnte die Gesamtsumme für Öl und Gas aus Russland auf fast 32 Milliarden Euro steigen, gegenüber nur 20 Milliarden Euro im vergangenen Jahr«, kann man diesem Artikel entnehmen: Zwölf Milliarden Euro mehr für russische Energie? Um diese Zahlen einzuordnen:

»Zum Vergleich: 32 Milliarden Euro entsprechen mehr als der Hälfte (rund 57 Prozent) des russischen Militärhaushalts des Jahres 2020.«

mehr

Die nächste Runde der kontroversen (nicht nur) volkswirtschaftlichen Diskussion über einen sofortigen Stopp der Erdgasimporte aus Russland

Und weiter geht es mit der überaus kontroversen Debatte über die Streitfrage, ob Deutschland einen sofortigen Stopp der Erdgasimporte aus Russland verhängen sollte (bzw. immer das Szenario mitdenken, dass ja auch Russland die Gaslieferungen einstellen könnte). An diesem Streit kann man eine Menge lernen über unterschiedliche Wirkungsannahmen innerhalb der volkswirtschaftlichen Diskussion, also die Frage, wie sich eine bestimmte Maßnahme bzw. ein bestimmtes Ereignis auf zentrale volkswirtschaftliche Aggregate wie Wirtschaftswachstum, Inflation oder Beschäftigung auswirken (könnte). Ganz offensichtlich kann man diese (potenziellen) Wirkungen durchaus sehr unterschiedlich einordnen und beziffern.

Und die Antworten auf die Frage nach den wahrscheinlichen Auswirkungen auf die deutsche Volkswirtschaft sind nicht nur eine rein akademische Sandkastenspielerei, sondern sie fließen ein (oder werden zurückgewiesen) in die aktuelle politische Entscheidungsfindung über den Wirkungskanal der Politikberatung, es geht hier also auch um die so bedeutsame praktische Wirtschaftspolitik, die mit den Erkenntnissen der Ökonomen fundiert und legitimiert werden (könnte). Vor diesem Hintergrund macht es in einer Veranstaltung für Master-Studierende Sinn, wenn wir das Fallbeispiel weiter und noch genauer hinsichtlich der vorgetragenen Argumente betrachten aus einer explizit volkswirtschaftlichen Sicht hinsichtlich der möglichen Auswirkungen.

mehr

Die erste Runde der Diskussion über das Pro und Contra eines Stopps der Erdgasimporte aus Russland

Ich hatte Ihnen in der ersten Veranstaltung zwei Arbeitsaufträge mit auf den Weg gegeben. Zum einen die Aufgabe, sich mit den Abhängigkeitsverhältnissen der EU-Staaten und insbesondere Deutschlands hinsichtlich des Erdgases und dabei vor allem der Bedeutung der Erdgasimporte aus Russland zu beschäftigen. Darüber haben Sie in der letzten Veranstaltung berichtet.

Zum anderen hatte ich Ihnen neben einer bereits Anfang März 2022 veröffentlichten Ad-hoc-Stellungnahme der Leopoldina – Wie sich russisches Erdgas in der deutschen und europäischen Energieversorgung ersetzen lässt – die Studie einer Gruppe von Volkswirten zur Verfügung gestellt (Rüdiger Bachmann et al. 2022: What if? The economic effects for Germany of a stop of energy imports from Russia), nach der ein sofortiger Importstopp des russischen Erdgases nur zu relativ überschaubaren Einbrüchen des BIP führen soll, so dass man aus ökonomischer Sicht durchaus die Forderung nach einem sofortigen Stopp der Erdgaslieferungen aus dem kriegführenden Russland vertreten könne.

mehr