Was ist das eigentlich mit diesem „Grenzausgleich“ bei steigenden CO2-Preisen durch die Klimaschutzpolitik? Und wieder: China, immer wieder China

Wenn es richtig ist, dass man die ambitionierten Klimaschutzziele nur erreichen kann, wenn die Preise für die Emission des Treibhausgases deutlich nach oben gehen (und deshalb diskutieren die Ökonomen dann wie besprochen die Umsetzung einer entsprechenden Preisstrategie über den Emissionshandel und/oder die CO2-Besteuerung), dann wird das enorme Auswirkungen haben auf die Kosten der produzierenden Unternehmen, die unter ein solches Bepreisungsmodell fallen. Die aber im Wettbewerb stehen – möglicherweise zu Unternehmen, die in Ländern produzieren (können), bei denen es diese zunehmend an Gewicht gewinnende Kostenkomponente nicht gibt. Das wären dann verzerrte Wettbewerbsbedingungen und es droht ein sogenanntes „Carbon Leakage“. Deshalb wird seit längerem gefordert, einen „Grenzausgleich“ einzuführen. Was muss man sich darunter vorstellen?

mehr

Der klimapolitisch eigentlich notwendige Abschied von der Kohle – und deren Wiederbelebung durch den russischen Krieg gegen die Ukraine

Dass die Kohle aus klimapolitischen Gründen unbedingt als Energieträger zurückgeführt werden sollte und muss, leuchtet angesichts des mit ihr verbundenen Ausstoßes an klimaschädlichen CO2 jedem ein. Aber ganz im Gegenteil müssen wir in diesen Tagen solche Meldungen zur Kenntnis nehmen:

Österreich will abgeschaltetes Kohlekraftwerk reaktivieren: »Weil Österreich weniger Gas aus Russland geliefert bekommt, will das Land das 2020 vom Netz genommene Kohlekraftwerk in Mellach reaktivieren und umrüsten. Dies entschied die Regierung nach einer Sitzung des Krisenkabinetts.«

Und das machen nicht nur unsere Nachbarn in Österreich. Aus Deutschland erreichen uns solche Meldungen:

Gaskrise: Habeck setzt beim Strom auf Kohlekraftwerke: »Nach der Kürzung russischer Gaslieferungen herrscht Ratlosigkeit: Wie kann der Mangel kurzfristig behoben werden? Bundeswirtschaftsminister Habecks Plan: Bei der Stromproduktion sollen Kohlekraftwerke „stärker zum Einsatz kommen“.«

mehr

Ein wegweisendes Urteil? Das Bundesverfassungsgericht zum Klimaschutzgesetz der Bundesregierung

Am 29. April 2019 gab es eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, die ziemlich eingeschlagen hat:

➔ Bundesverfassungsgericht: Verfassungsbeschwerden gegen das Klimaschutzgesetz teilweise erfolgreich. Pressemitteilung Nr. 31/2021 vom 29. April 2021

Schon der erste Absatz hat es in sich: »Mit heute veröffentlichtem Beschluss hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts entschieden, dass die Regelungen des Klimaschutzgesetzes vom 12. Dezember 2019 (Klimaschutzgesetz ) über die nationalen Klimaschutzziele und die bis zum Jahr 2030 zulässigen Jahresemissionsmengen insofern mit Grundrechten unvereinbar sind, als hinreichende Maßgaben für die weitere Emissionsreduktion ab dem Jahr 2031 fehlen. Im Übrigen wurden die Verfassungsbeschwerden zurückgewiesen.«

mehr

Diesseits und jenseits einer CO2-Bepreisung: Grundlagen der Klimaökonomie und aktuelle Diskussionen über ökonomische Instrumente der Klimapolitik

Auch wenn immer wieder versucht wird, den Klimawandel zu leugnen und damit einen Handlungsbedarf zu verneinen – die meisten seriösen Klimawissenschaftler gehen davon aus, dass wir uns im Zentrum eines anthropogenen, also menschengemachten Klimawandels befinden, der durch einen deutlichen Anstieg der Temperaturen gekennzeichnet ist (vgl. dazu auch beispielsweise diese Website: www.klimafakten.de). Immer wieder werden dabei die Treibhausgase als Ursache für die fortschreitende Erderwärmung ins Feld geführt – und mithin die Aufgabe, die Emission dieser klimaschädlichen Gase zu reduzieren und langfristig am besten auf Null zu reduzieren.

mehr

Jede Medaille hat zwei Seiten, das gilt auch für den Einsatz „Künstlicher Intelligenz“. Es kommt immer darauf an. Zwei Beispiele aus der Medienberichterstattung

Ich hatte schon darauf hingewiesen, dass mit dem, was hinter der „Künstlichen Intelligenz“ (KI) steht, von den einen optimistische Zukunftsszenarien verbunden werden, während die anderen eher unter apokalyptischen Albträumen leiden. Beide Sichtweisen können beispielsweise durch solche Meldungen gespeist werden: Künstliche Intelligenz soll den Menschen bald übertreffen: »Das Google Tochterunternehmen DeepMind arbeitet an einer generalisierten superintelligente KI. Womöglich könnte diese die Intelligenz des Menschen bereits im Jahr 2028 übertreffen. KI-Forscher befürchten, dass diese KI den Menschen als dominierende Lebensform auf der Erde ersetzen könnte.«

mehr

Was es mit dieser „KI“ auf sich hat. Wie immer im Leben gibt es solche und andere Seiten. Einige praktische Beispiele zum Thema Künstliche Intelligenz und was das auch mit BWLern zu tun hat

Im Dezember 2019 veröffentlichte Gerhard Weiß, Professor für Informatik und Künstliche Intelligenz an der Universität Maastricht (Niederlande), diesen Artikel in der FAZ: KI ist kein Wundermittel – hilft aber. Darin führt er am Anfang aus, dass man nicht unterschätzen sollte, wie sehr das generell in der Gesellschaft vorherrschende Verständnis von KI als Wissenschafts- und Ingenieursdisziplin von unsachlicher, Aufmerksamkeit heischender Berichterstattung – von „KI rettet die Welt“ bis „KI ist das Ende der Menschheit“ – und Science- Fiction-Filmen („Terminator“, „Matrix“) beeinflusst ist.

Nun sind wir schon mittendrin in unserem Schwerpunktthema der (möglichen) Auswirkungen der Digitalisierung, Roboterisierung usw. auf den Arbeitsmarkt. Aber dem einen oder anderen fehlen dabei sicher angesichts des hohen Abstraktionsgrades Hinweise, was man sich so praktisch vorstellen kann und muss unter dieser „KI“.1

mehr

Aber wenigstens die Industriebeschäftigten werden doch wegautomatisiert … Wieder einmal zeigt sich: Es ist nicht so einfach mit der „Wenn, dann …-Denke“

Wir haben in der Auseinandersetzung über die Frey/Osborne-Studie aus dem Jahr 2013 und der bis heute anhaltenden Rezeption in vielen Medienberichten gelernt, dass man wie immer genauer hinschauen muss und dass sich Verallgemeinerungen oftmals verbieten. Vor allem, wenn das generalisierend auf andere Länder (und Systeme) übertragen wird.

Ich hatte im letzten Beitrag darauf hingewiesen, dass in einer ersten Phase nach der Veröffentlichung der Frey/Osborne-Studie deren Ansatz auch in Deutschland aufgegriffen wurde – mit teilweise noch heftigeren Ergebnissen, was die Wahrscheinlichkeiten einer Automatisierung der Berufe anging. Vgl. dazu beispielsweise Brzeski/Burk 2015. Die kamen zu dem apokalyptischen Ergebnis, »dass 59 % oder über 18 Millionen Arbeitsplätze gefährdet sind«, also noch mal deutlich mehr als die von Frey/Osborne 2013 für den US-amerikanischen Arbeitsmarkt in den Raum gestellten 47 %. Nun war das 2015, vielleicht im Überschwang der Aufmerksamkeit garantierenden Rezeption des angeblichen Wegfalls der Hälfte aller Jobs, denn diese Verkürzung wurde und wird immer wieder vorgenommen. In der Folgezeit wurde dann nicht nur eine kritische Einordnung der Frey/Osborne-Studie vorgenommen, sondern es wurde seitens der modernen Arbeitsmarktforschung mit dem tätigkeitsbasierten Ansatz auch eine alternative Herangehensweise an die Bestimmung der Substitutionsrisiken entwickelt, die dann auch zu anderen, weniger dramatisch daherkommenden Wahrscheinlichkeitswerten kommt.

mehr

Eine Studie hat ergeben … da sollte man immer genauer hinschauen. Die Frey/Osborne-Studie von 2013 und die Kritik ihrer Methodik. Und darüber hinaus

Sie hatten den Auftrag bekommen, einmal genauer auf das methodische Vorgehen in der vielzitierten Frey/Osborne-Studie aus dem Jahr 2013 zu schauen.

Die Auseinandersetzung mit dieser Studie ist auch deshalb von Bedeutung: Wesentlich bestimmt wurden die Diskussionen zur Digitalisierung der Arbeitswelt in den letzten Jahren durch die auf den US-amerikanischen Arbeitsmarkt bezogene Studie von Frey und Osborne (2013). Die Studienautoren zeichneten darin ein besorgniserregendes Bild der Zukunft. Demnach hätten 47 Prozent der US-amerikanischen Arbeitsplätze ein hohes Risiko, in den nächsten ein bis zwei Dekaden durch Digitalisierung (Computerisierung, Roboterisierung, Automatisierung) verlorenzugehen. Hohes Risiko bedeutet in diesem Kontext eine Automatisierungswahrscheinlichkeit von mehr als 70 Prozent.

mehr

Jetzt geht uns aber wirklich die Erwerbsarbeit aus. Also ganz vielen, sagt eine Studie. Da muss man genauer hinschauen

Wir steigen ein in das nächste Schwerpunktthema: „Digitalisierung, Roboterisierung, „Industrie 4.0“. Geht uns (wieder) einmal die Arbeit aus?“. Unzählige Medienberichte und Forschungsarbeiten gibt es mittlerweile zu dem Thema – und immer wieder (und immer noch) wird in diesem Zusammenhang die mittlerweile berühmte Studie von Frey/Osborne aus dem Jahr 2013 zitiert. Die steht stellvertretend als „Beleg“ für die Aussage, dass uns nun eine große automatisierungsbedingte Welle an Jobverlusten bevorsteht, die vielen Menschen ihren Erwerbsarbeitsplatz kosten wird.

Vor dem Hintergrund der herausragenden Bedeutung der genannten Studie ist es wichtig, sich mit dem Original auseinanderzusetzen und das aus einer methodenkritischen Sicht. Das muss man üben.

mehr

Eine Aktualisierung des Blicks auf die europäische und insbesondere die deutsche Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland

Wir haben im bisherigen Verlauf der Veranstaltung intensiv die unterschiedlichen Perspektiven auf die enorme Abhängigkeit der deutschen Volkswirtschaft (und das meint nicht nur der Unternehmen, sondern auch von Millionen Haushalten sowohl hinsichtlich der Energie für die Wohnungen und Häuser wie auch für deren Arbeitsplätze) miteinander besprochen und Sie haben unterschiedliche Einschätzungen der Ökonomen hinsichtlich eines vom Westen verhängten Importstopps bzw. umgekehrt eines Stopps der Lieferungen seitens Russland (wie bereits gegen Polen und Bulgarien erfolgt) kennengelernt.

Der Streit zwischen denen, die das für bewältigbar halten mit überschaubaren Schäden an der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung und denen, die erhebliche negative Auswirkungen annehmen, geht zwischenzeitlich weiter.

mehr