Diesseits und jenseits einer CO2-Bepreisung: Grundlagen der Klimaökonomie und aktuelle Diskussionen über ökonomische Instrumente der Klimapolitik

Auch wenn immer wieder versucht wird, den Klimawandel zu leugnen und damit einen Handlungsbedarf zu verneinen – die meisten seriösen Klimawissenschaftler gehen davon aus, dass wir uns im Zentrum eines anthropogenen, also menschengemachten Klimawandels befinden, der durch einen deutlichen Anstieg der Temperaturen gekennzeichnet ist (vgl. dazu auch beispielsweise diese Website: www.klimafakten.de). Immer wieder werden dabei die Treibhausgase als Ursache für die fortschreitende Erderwärmung ins Feld geführt – und mithin die Aufgabe, die Emission dieser klimaschädlichen Gase zu reduzieren und langfristig am besten auf Null zu reduzieren.

Wir stoßen jetzt vor in den Bereich der Umsetzungsversuche einer klimaökonomisch fundierten Klimapolitik. Und hier tauchen sie wieder auf, die Ihnen bekannten „fünf Wirtschaftsweisen“:

Auch der „Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“, die sogenannten „fünf Wirtschaftsweisen“, haben sich zu dem Thema zu Wort gemeldet. In Deutschland ist eine intensive Debatte über eine Kurskorrektur in der Klimapolitik und die Möglichkeiten und Grenzen entsprechender Reformoptionen entbrannt. Ausgelöst wurde diese Debatte nicht zuletzt von mittlerweile in vielen Ländern vorgebrachten Protesten von Teilen der Bevölkerung über unzureichende Fortschritte beim Klimaschutz. Sie wird zudem von der zunehmenden Einsicht getragen, dass es hierzulande sehr schwer wird, die aufgrund internationaler Vereinbarungen verbindlichen europäischen Zielvorgaben zur Reduktion von Treibhausgasemissionen zu erreichen. Gleichzeitig kam es in Frankreich zu Protesten unter anderem gegen die Erhöhung von Umweltsteuern. Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung den Sachverständigenrat gebeten, in einem Sondergutachten Reformoptionen in der Klimapolitik zu diskutieren. Bitte lesen und bearbeiten Sie die Kurzfassung des Gutachtens:

➔ Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (2019): Aufbruch zu einer neuen Klimapolitik. Sondergutachten – Kurzfassung, Wiesbaden, Juli 2019

Die ➞ Langfassung des Sondergutachtens aus dem Juli 2019 kann man natürlich auch abrufen.

➔ Bitte lesen und bearbeiten Sie die Ausführungen der fünf Wirtschaftsweisen in der Kurzfassung vor dem Hintergrund, welche ökonomischen Instrumente mit welcher ökonomischen Begründung zur Bekämpfung des Klimawandels vorgeschlagen werden.

Und zum Sachverständigenrat gibt es ein „Gegengremium“, also die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, die aus gewerkschaftsorientierten, „linken“ Ökonomen besteht. Auch diese Ökonomen haben sich in ihrem Jahresmemorandum 2019 explizit zu dem Thema geäußert:

➔ Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik (2019): MEMORANDUM 2019. Klimakollaps, Wohnungsnot, kriselnde EU. Kurzfassung, Bremen 2019

➔ Bitte lesen und bearbeiten Sie die Seiten 2-3 der Kurzfassung („Herausforderung Klimakollaps“).

Und ergänzend zu diesen Ausführungen schauen Sie sich bitte die Folien dieses Vortrags von Rudolf Hickel, einem „Urgestein“ der Memorandum-Gruppe, an:

➔ Rudolf Hickel (2019): CO2- Bepreisung: Begründung, Instrumente, Wirkungen Zertifikatehandel und/oder C02 – Steuer. Vortrag am 06.11.2019, Bremen

Und abschließend außerhalb der Tagesordnung für diejenigen, die sich über das Thema Klimawandel und Erderwärmung bei seriösen wissenschaftlichen Instituten informieren wollen, hier ein paar Surf-Tipps

➔ Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)

➔ Max-Planck-Institut für Meteorologie (Mpimet)

➔ Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)