Jede Medaille hat zwei Seiten, das gilt auch für den Einsatz „Künstlicher Intelligenz“. Es kommt immer darauf an. Zwei Beispiele aus der Medienberichterstattung

Ich hatte schon darauf hingewiesen, dass mit dem, was hinter der „Künstlichen Intelligenz“ (KI) steht, von den einen optimistische Zukunftsszenarien verbunden werden, während die anderen eher unter apokalyptischen Albträumen leiden. Beide Sichtweisen können beispielsweise durch solche Meldungen gespeist werden: Künstliche Intelligenz soll den Menschen bald übertreffen: »Das Google Tochterunternehmen DeepMind arbeitet an einer generalisierten superintelligente KI. Womöglich könnte diese die Intelligenz des Menschen bereits im Jahr 2028 übertreffen. KI-Forscher befürchten, dass diese KI den Menschen als dominierende Lebensform auf der Erde ersetzen könnte.«

Aber das die KI durchaus eine helle und eine dunkle Seite haben kann, lässt sich beispielhaft an diesen beiden neueren Fernseh-Berichten zeigen – Sie kriegen hier direkt was für die AUgen und Ohren und müssen keine langen Texte lesen.

Beginnen wir mit der Sonnenseite der KI:

➔ ZDF: Dr. Future – Wenn Computer heilen helfen (11.06.2022)
Künstliche Intelligenz verändert die Medizin. Was häufig als angsteinflößende Dystopie gilt, ist für viele Ärzte eine Hilfe im Alltag.

»Ihrer Verpflichtung, zu helfen, kommen sie nach, indem sie den Computer als Hilfsmittel verwenden, Apps programmieren und KI mit Daten füttern. Das Versprechen: bessere Diagnosen, weniger Behandlungsfehler und all das in kürzester Zeit.
An der Berliner Charité forscht Prof. Surjo Soekadar daran, wie Neurotechnologie den Alltag von gelähmten Patienten unterstützen kann – zum Beispiel durch Assistenzsysteme, die nur über die Kraft der Gedanken gelenkt werden. Hoffnung bedeutet das für Patienten wie Guido Schulze oder Anne Nitzer. Die zweifache Mutter erlitt kurz nach der Geburt ihres zweiten Kindes einen Schlaganfall und kann sich seitdem weder bewegen noch sprechen, obwohl sie vollständig bei Bewusstsein ist.
Am Allgemeinen Krankenhaus Wien (AKH) konnte Prof. Ursula Schmidt-Erfurth bereits ein erstes KI-basiertes Diagnoseverfahren bis zur Zulassung entwickeln. Heute forscht sie an weiteren Möglichkeiten, mit der Hilfe von KI die Diagnostik und Therapie bei einer altersbedingten Veränderung der Netzhautmitte (AMD) zu verbessern. Die chronisch fortschreitende Erkrankung kann mitunter trotz Behandlung zur Erblindung führen. Dieses Schicksal droht auch Oskar Zlamala. Seit der Rentner am AKH Wien in Behandlung ist, hofft er, dass sich der Verlauf der Krankheit aufhalten lässt.
Informatiker und Mediziner kooperieren am Universitätsklinikum Essen, um das Krankenhaus auf digitale Versorgung umzustellen. Dr. Felix Nensa und Prof. Arzu Oezcelik verbessern mithilfe künstlicher Intelligenz die Versorgung von Transplantationspatienten. Sehr viel genauer und vor allem schneller als der Mensch kann KI die Größe der Leber berechnen, um so die Sicherheit von Spender und Empfänger zu verbessern.«

Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass da Entwicklungen beschrieben werden, die wir alle begrüßen, weil sie unser Leben besser machen.

Aber es gibt auch Schattenseiten der KI, so wird immer wieder behauptet. Dazu kann ich Ihnen diese Doku des ZDF empfehlen:

➔ ZDF: Programmierte Ungerechtigkeit (01.06.2022)

»Künstliche Intelligenz soll unser Leben einfacher machen, Effizienz und Neutralität gewährleisten. Aber was, wenn verborgene Codes die Welt noch unfairer machen? Ob wir eine Wohnung suchen oder einen Job, wenn wir auf den sozialen Plattformen unterwegs sind: Immer spielt KI eine wichtige Rolle. Doch Algorithmen von Menschen programmiert, spiegeln auch deren Vorurteile wider und sind deshalb oft diskriminierend. „Sehr oft wird Technik entwickelt, die dann diejenigen, die ohnehin schon sozial schwach sind, noch stärker belastet“, erklärt Sandra Wachter, die sich an der Universität Oxford mit den rechtlichen und ethischen Folgen der künstlichen Intelligenz auseinandersetzt. Die Betroffenen wissen jedoch häufig nicht, dass sie Opfer von Diskriminierung werden und können sich daher nicht zur Wehr setzen. Frauen bemerken zum Beispiel nicht, dass sie bei der Kreditvergabe benachteiligt werden, dass sogenannte Symptom-Checker-Apps ihre Krankheitssymptome falsch deuten und deshalb im Ernstfall lebensgefährdend sein können. Schwarze Menschen werden von Gesichtserkennungssoftware schlechter wahrgenommen, übergewichtige Frauen wundern sich, dass ihr Content auf sozialen Plattformen weniger ausgespielt oder sogar gesperrt wird. „ZDFzoom“ spricht in der ersten Folge von „Digital Empire“ mit Experten und Betroffenen über das Thema „Diskriminierung durch künstliche Intelligenz“. Es geht dabei nicht nur um Verzerrungen in Datensätzen, unethische Technik und fehlende Diversität in der IT-Branche. Es geht auch um die Verantwortung von Wirtschaft und Politik, für Fairness und Gerechtigkeit in der digitalen Welt zu sorgen.«