Der klimapolitisch eigentlich notwendige Abschied von der Kohle – und deren Wiederbelebung durch den russischen Krieg gegen die Ukraine

Dass die Kohle aus klimapolitischen Gründen unbedingt als Energieträger zurückgeführt werden sollte und muss, leuchtet angesichts des mit ihr verbundenen Ausstoßes an klimaschädlichen CO2 jedem ein. Aber ganz im Gegenteil müssen wir in diesen Tagen solche Meldungen zur Kenntnis nehmen:

Österreich will abgeschaltetes Kohlekraftwerk reaktivieren: »Weil Österreich weniger Gas aus Russland geliefert bekommt, will das Land das 2020 vom Netz genommene Kohlekraftwerk in Mellach reaktivieren und umrüsten. Dies entschied die Regierung nach einer Sitzung des Krisenkabinetts.«

Und das machen nicht nur unsere Nachbarn in Österreich. Aus Deutschland erreichen uns solche Meldungen:

Gaskrise: Habeck setzt beim Strom auf Kohlekraftwerke: »Nach der Kürzung russischer Gaslieferungen herrscht Ratlosigkeit: Wie kann der Mangel kurzfristig behoben werden? Bundeswirtschaftsminister Habecks Plan: Bei der Stromproduktion sollen Kohlekraftwerke „stärker zum Einsatz kommen“.«

„Das bedeutet, so ehrlich muss man sein, dann für eine Übergangszeit mehr Kohlekraftwerke. Das ist bitter, aber es ist in dieser Lage schier notwendig, um den Gasverbrauch zu senken. Wir müssen und wir werden alles daran setzen, im Sommer und Herbst so viel Gas wie möglich einzuspeichern“, so Habeck. Im Moment sind die Gasspeicher in Deutschland zu rund 56,7 Prozent befüllt, wie es im Bericht der Bundesnetzagentur vom Samstag heißt. Ziel der Bundesregierung ist es, dass die Gasspeicher zum 1. Oktober mit 80 Prozent und zum 1. November zu 90 Prozent befüllt sind – um für mögliche Engpässe gerüstet zu sein.