
„Wir wollen KI aus dem Bildschirm in die reale Welt bringen. Nicht um Menschen zu ersetzen, sondern um Menschen zu unterstützen.“ (David Reger, Gründer und CEO von NEURA Robotics)
Es ist nun schon einige Monate her, als hier über NEURA Robotics berichtet wurde. Das sind die mit den humanoiden Robotern. Und die sitzen nicht im Silicon Valley, sondern in Metzingen (Kreis Reutlingen). In Baden-Württemberg.
Wenn man bei denen auf die Website schaut, dann bekommt gleich auf der Startseite diese Information: Das Unternehmen hat mal eben 1,4 Milliarden Dollar eingesammelt – eine der größten Finanzierungsrunden der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Das Geld stammt von internationalen Konzernen: Amazon, Nvidia und Bosch sind mit an Bord. Mit dem Geld sollen humanoide Roboter in Serie gehen können.
NEURA Robotics arbeitet an sogenannten kognitiven Robotern. Diese können sehen, hören, fühlen und lernen. Sie sollen zum Beispiel bei der Verarbeitung von Metallen helfen oder in medizinischen Laboren.
„Die Zukunft der Künstlichen Intelligenz (KI) wird sich nicht nur auf Bildschirmen abspielen. Sie wird sich bewegen, interagieren, lernen und in der realen Welt an unserer Seite arbeiten“, wird David Reger, Gründer und CEO von NEURA Robotics, zitiert.
Das 2019 gegründete Unternehmen entwickelt humanoide Roboter, die nicht nur sehen und hören können, sondern auch über einen Tastsinn verfügen. Diese Roboter sollen sowohl in der Industrie als auch in Haushalten zum Einsatz kommen.
Die Liste der Investoren zeigt, wie groß das Vertrauen in die Technologie von NEURA Robotics ist. Neben Tech-Giganten wie Amazon und Nvidia haben sich auch deutsche Unternehmen wie Bosch und Schaeffler an der Finanzierungsrunde beteiligt. Auch das Kryptounternehmen Tether und die Europäische Investitionsbank sind mit an Bord.
Mit Blick auf die generelle Dimension dessen, was die da im Schwabenland entwickeln, soll hier dieser eine Satz des Gründers und CEOs von NEURA zitiert werden:
„Künftig werden die Menschen nicht mehr allein fragen, was KI ihnen erzählen kann. Sie werden fragen, was KI physisch leisten kann.“ (David Reger)
Bis 2030 plant das Unternehmen, die Serienproduktion seiner Roboter massiv auszubauen. Ziel ist es, humanoide Roboter massentauglich zu machen und sie in Millionen von Haushalten und Unternehmen weltweit einzusetzen.
Daran glauben offensichtlich auch viele Investoren.
»David Reger will einen Weltmarktführer in der Robotik schaffen. Das klingt für viele vermessen, aber Tech-Giganten wie Amazon und Nvidia trauen ihm das zu – und geben sehr viel Geld«, so Sven Astheimer in der FAZ am 11. Juni 2026 unter der Überschrift Investoren stürzen sich auf Neura Robotics. Und der zitiert den CEO mit diesen Worten. »Die 1,4 Milliarden Dollar sind nicht das Wichtigste. Viel wichtiger sei „das dahinterstehende Vertrauen von einigen der weltweit führenden Technologie-, Industrie- und KI-Unternehmen in unsere Vision von Physical AI.«
Physical AI bringt Künstliche Intelligenz (KI), auf Englisch AI, und deutsche Ingenieurskunst der Robotik zusammen.
Interessant ist auch wieder einmal die konkrete Unternehmensgeschichte:
➔ »Gegründet hat Reger sein Unternehmen 2019. Der gelernte Techniker schraubte eigentlich lieber an schnellen Autos herum, landete dann eher durch Zufall bei einem Schweizer Maschinenbauer, bevor er sein eigenes Ding aufzog. Den Unternehmenssitz Metzingen wählte der Baden-Württemberger eher strategisch wegen seiner Lage vor den Toren Stuttgarts. Bis dahin kannte man die Stadt vor allem durch Hugo Boss und als riesigen Outlet-Store.
Mit seinem kleinen Team entwickelte Reger sowohl Mechanik als auch Software selbst, kooperierte mit Chinesen, gab aber die Patente nie aus der Hand. Um einen finanziellen Engpass zu überwinden, verpfändete er einst sogar sein Haus. Seit einigen Jahren fährt Neura aber auf der Überholspur, fertigt etwa für Kunden wie Kawasaki Robotersysteme.«
Ganz offensichtlich blickt der Gründer des Unternehmens über den sprichwörtlichen Tellerrand hinaus – selbst die vielbeschworene demografische Entwicklung darf nicht feheln:
»Reger spricht von einem „historischen Wendepunkt“. In Europa, Japan und China gingen in den nächsten Jahren deutlich mehr Menschen mit wertvollen Fähigkeiten in den Ruhestand, als neue nachkommen. Gleichzeitig wachse der Bedarf an physischer Arbeit. „Physical AI ist deshalb eine Notwendigkeit und keine Option.“