Ich hatte das heute in der Einführungsveranstaltung kurz angesprochen. Vor wenigen Tagen hat ein Konsortium von Wirtschaftsforschungsinstituten das sogenannten „Herbstgutachten“ veröffentlicht, das einmal im Jahr neben dem „Frühjahrsgutachten“ im Auftrag der Bundesregierung veröffentlicht wird.
Sie finden sowohl die Frühjahrs- wie auch die Herbstgutachten hier:
➔ https://gemeinschaftsdiagnose.de
Bitte laden Sie sich das aktuelle Herbstgutachten herunter:
➔ Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose (2026): Aufschwung mit Strukturproblemen – Finanzpolitik auf Abwegen. Gemeinschaftsdiagnose #2-2026, Essen, September 2026
»Die deutsche Wirtschaft befindet sich seit Ende des Jahres 2025 im Aufschwung. Die Wirtschaftsleistung ist in den vergangenen drei Quartalen nach einer mehrjährigen konjunkturellen Schwächephase beschleunigt gestiegen und liegt nun erstmals wieder über dem Niveau, das im Laufe des Jahres 2022 vor Ausbruch der damaligen Gaspreiskrise erreicht worden war. Gestützt von der expansiven Finanzpolitik und angesichts einer robusten Weltkonjunktur dürfte sich die Erholung grundsätzlich fortsetzen, auch wenn die hohen Energiepreise dämpfend wirken. Der Aufschwung bleibt im Vergleich zu früheren Zeiten ungewöhnlich schwach. Maßgeblich dafür ist das demografiebedingt weiter zurückgehende Potenzialwachstum. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 1,3%, im nächsten Jahr um 1,1% und im Jahr 2028 um 0,4% zunehmen. Gegenüber dem Frühjahrsgutachten heben die Institute ihre Prognose damit für das laufende Jahr um 0,7 Prozentpunkte und für das kommende Jahr um 0,2 Prozentpunkte an. In Relation zum Bruttoinlandsprodukt steigt das Finanzierungsdefizit des Staates von 4,1% im laufenden Jahr auf 4,7% im Jahr 2028. Nach Auslaufen der nationalen Ausweichklausel im Rahmen des aktuellen mittelfristigen finanzpolitisch-strukturellen Plans dürften sich Spannungen zwischen der deutschen Finanzplanung und dem EU-Regelwerk ergeben.«
In der Ihnen nun vorliegenden Foliensammlung aus der heutigen Einführungsveranstaltung finden Sie diese beiden Materialhinweise – bitte anschauen bzw. anhören:
➔ Wirtschaft vor acht (ARD): Mehr Wachstum, weniger Erwerbstätige (24.09.2026)
Wirtschaftsforscher erwarten 2026 deutlich mehr Wachstum. Doch sie warnen: Der Aufschwung steht auf einem schmalen Fundament, zugleich sinkt die Zahl der Erwerbstätigen. Woher soll also neues Wachstum kommen?
Und dann diesen Podcast, in dem es u.a. ein Interview mit Sebastian Dullien, dem Chef des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), gibt:
➔ Deutschlandfunk: Ökonom: Verunsicherung bedroht Wachstum (24.09.2026)
Sebastian Dullien von der Hans-Böckler-Stiftung sieht Anzeichen für eine Erholung der deutschen Wirtschaft. Um den Aufschwung nicht zu gefährden, dürften die Menschen aber nicht ständig durch Debatten über Sozialkürzungen verunsichert werden.