Ich hoffe, dass Ihnen mit der Behandlung der chinesischen Immobilienkrise deutlich geworden ist, dass es nicht nur dieses beeindruckende und viele auch erdrückende chinesische „Erfolgsmodell“ gibt, das sich nicht nur in einer Überflutung des Globus mit immer mehr und immer besseren chinesischen Exportprodukten zeigt, sondern auch an dem scheinbar unaufhaltsamen technologischen Aufstieg bzw. Verselbstständigung der chinesischen Volkswirtschaft. Es gibt eben auch eine ganze Reihe an „Schattenseiten“ des chinesischen Modells, die vor allem viele Menschen in China erfahren müssen.
VWL Master
Beziehungsstatus? Definitiv geändert! Die neue Nationale Sicherheitsstrategie der USA
Man musste ja mit Blind- und Taubheit geschlagen sein, wenn man nicht die vielen Hinweise auf eine Abkehr des bisherigen „Verbündeten“ USA von Europa in den vergangenen Monaten wahrgenommen hat. Donald Trump und seine Entourage haben an vielen Stellen deutlich gemacht, was sie von Europa halten. Nichts. Und welche Rolle sie den europäischen Staaten in Zukunft zuschreiben wollen, das kann man nun schriftlich nachlesen. In aller Deutlichkeit.

Das Weiße Haus hat nun die neue „Nationale Sicherheitsstrategie“ der Vereinigten Staaten veröffentlicht – und die hat es wahrlich in sich. In mehrfacher Hinsicht, nicht nur hinsichtlich der Vorstellungen, die man offensichtlich in der Trump’schen Administration hat hinsichtlich der zukünftigen Beziehungen zu den europäischen Staaten. Sie können das garnicht überschätzen, was dort in Worte gefasst wurde.
Hier können Sie die im Original herunterladen:
➔ The White House (2025): National Security Strategy
of the United States of America, Washington,
November 2025
Bitte laden Sie sich das Dokument herunter – es sind auch nur schlappe 29 Seiten, die es aber in sich haben. Bitte lesen Sie auf alle Fälle schon aus egoistischen, weit über mein VWL-Modul hinausreichenden Gründen mindestens das Kapitel, in dem es um die US-amerikanische Strategie Europa betreffend geht (unter der wohlfeil daherkommenden Überschrift „Promoting European Greatness“, S. 25-27).
China. Da muss man – gerade aus „deutscher“ Sicht – in diesen Zeiten genauer hinschauen. Vor allem auf den Hightech-Wettlauf
Wir haben heute in der Vorlesung ausführlich gesprochen zum einen über die Geschichte des deutschen Geschäftsmodells, das uns viele Jahrzehnte gut getragen hat und das uns zur derzeit (noch) drittgrößten Volkswirtschaft mit viel Wohlstand gemacht hat. Dazu ausführlicher der Beitrag Made in Germany? Es war einmal ein Exportweltmeister. Aufstieg und Fall eines Geschäftsmodells, den wir besprochen haben. Und ich habe Ihnen eine Zusammenfassung wichtiger Aspekte aus dem Ihnen vorliegenden Beitrag von Christoph Scherrer1 präsentiert.
Made in Germany? Es war einmal ein Exportweltmeister. Aufstieg und Fall eines Geschäftsmodells
Viele Dinge, die heute um uns herum passieren und die aufgeregt diskutiert werden, lassen sich nur verstehen, wenn man den Blick zurück richtet und sich anschaut, wie sich das entwickelt hat. Das gilt auch und gerade für komplexe Volkswirtschaften.
Made in Germany: Das Geschäftsmodell der Bundesrepublik steht nach jahrzehntelangem Erfolg am Scheideweg. Wie es dazu kam, wer Deutschland am meisten zusetzt – damit beschäftigen sich Gröbner et al. (2025)1 in einem Beitrag, aus dem hier zitiert werden soll.
China, immer wieder China. Die „Seltenen Erden“ hatten wir schon, aber das Thema ist (nicht nur, aber gerade auch) für Deutschland viel größer
Wir hatten in der VWL-Veranstaltung bereits das Thema Lieferengpässe bei den sogenannten „Seltenen Erden“ als ein Beispiel aus der aktuellen weltwirtschaftlichen Entwicklung angesprochen. Vor dem Hintergrund der von China verhängten Lieferbeschränkungen bzw. -einstellungen dieser gerade für die Industrie so bedeutsamen Metalle. Auch hier stand und steht der große Konflikt zwischen den USA und China im Mittelpunkt, wir sind sozusagen der Kollateralschaden dieser immer heftiger geführten Auseinandersetzung zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Der aggressive Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump und die zunehmend aggressiver werdenden Reaktionen der Chinesen haben dann zu dem neuen Lieferproblemen bei den „Seltenen Erden“ geführt. Zwischenzeitlich haben sich die beiden Streithähne vorübergehend zusammengerauft und die Eskalationsspirale wieder zurück gedreht. China hat in Aussicht gestellt, vorläufig mal die Belieferung wieder für ein Jahr laufen zu lassen (obgleich aus der Praxis berichtet wird, dass es weiterhin massive Störungen in den Lieferketten gibt, aber das wird in den Medien gar nicht mehr behandelt).
Die Industrie, der Strom – und der Industriestrompreis. Aber nicht für alle Industrieunternehmen und mit Auflagen
Wir haben im großen Themenfeld der Diskussion, ob wir uns in einer Phase der Deindustrialisierung befinden, auch über konkrete wirtschaftspolitische Maßnahmen gesprochen, darunter den sogenannten „Industriestrompreis“. Über die Einführung einer solchen Strompreissubvention haben sich die Parteien der schwarz-roten Regierungskoalition nun verständigt und das soll mit Wirkung zum 1. Januar 2026 umgesetzt werden.
Man muss an dieser Stelle – auch für eine bessere Einordnung dessen, was jetzt auf den Weg gebracht wurde – kurz darauf hinweisen, dass die Diskussion bereits seit längerem läuft.
Energieverbrauch der Industrie und der Primärenergieverbrauch nach Energieträgern
In der Vorlesung haben wir einen Exkurs gemacht in das Themenfeld Industriestrompreis als eine der aktuellen wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die derzeit diskutiert werden – der Industriestrompreis soll übrigens ab 2026 kommen. Wenn auch nicht für alle Industrieunternehmen, was wir dann in den Kontext der energieintensiven Branchen gestellt haben.
Dabei haben Sie auch eine Abbildung gesehen über die „industriellen Energieverwendung“ nach Energieträgern, die dann eine Diskussion ausgelöst hat, weil aufgefallen ist, dass doch sonst der Anteil der erneuerbaren Energien deutlich höher ausgewiesen wird.

Eine Aktualisierung zum Thema Deindustrialisierung und der Blick auf den Arbeitsmarkt
Wir haben uns mit unterschiedlichen Indikatoren beschäftigt, die innerhalb der Debatte, ob wir in Deutschland mit einer Deindustrialisierung konfrontiert sind, verwendet werden. Besonderer Beliebtheit erfreut sich dabei der Produktionsindex, der ja eine mengenmäßige Outputgröße und seit dem bisherigen Höhepunkt vor der Corona-Pandemie im Sinkflug ist. Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat in seinem Jahresgutachten 2025/26 die Bestandsaufnahme der Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe auf den Produktionsindex gestützt.
Was kann man dem Jahresgutachten 2025/26 der „fünf Wirtschaftsweisen“ hinsichtlich der strittigen These einer Deindustrialisierung entnehmen?
Vor kurzem wurde das Jahresgutachten 2025/26 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung veröffentlicht. Kann man da was zum Thema (angebliche) Deindustrialisierung finden?
»Die seit Längerem nachlassende Wettbewerbsfähigkeit der Industrieunternehmen in Deutschland und die schwache Binnenkonjunktur schlagen sich in einer rückläufigen Industrieproduktion und einem Beschäftigungsabbau im Verarbeitenden Gewerbe nieder. Die Aufwertung des Euro seit Beginn des Jahres 2025 hat die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zusätzlich verschlechtert.«
Derzeit ein Unentschieden in der Debatte über Deindustrialisierung in Deutschland? Kommt nicht nur, aber auch auf die Statistik an
Sie habe eine Veröffentlichung von zwei Ökonomen aus dem ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München kennengelernt, die Anfang des vergangenen Jahres veröffentlicht wurde (vgl. Lehmann/Wollmershäuser 2024) mit dieser Hauptaussage:
»Seit geraumer Zeit laufen zwei Kennziffern, welche die wirtschaftliche Lage im deutschen Verarbeitenden Gewerbe messen sollen, deutlich auseinander. Während die Industrieproduktion aktuell deutlich unter ihrem Niveau von 2015 liegt und damit zu einer Debatte über die Deindustrialisierung des Standorts Deutschland geführt hat, ist die Bruttowertschöpfung im selben Zeitraum spürbar gestiegen. Ursache der Diskrepanz ist ein struktureller Wandel, der mit veränderten Produktionsstrukturen und sinkenden Vorleistungsquoten einhergeht. Derzeit gibt es keine Anzeichen für eine breit angelegte Deindustrialisierung der deutschen Wirtschaft.« (Lehmann/Wollmershäuser 2024: 55).