Wir haben heute in der Vorlesung ausführlich gesprochen zum einen über die Geschichte des deutschen Geschäftsmodells, das uns viele Jahrzehnte gut getragen hat und das uns zur derzeit (noch) drittgrößten Volkswirtschaft mit viel Wohlstand gemacht hat. Dazu ausführlicher der Beitrag Made in Germany? Es war einmal ein Exportweltmeister. Aufstieg und Fall eines Geschäftsmodells, den wir besprochen haben. Und ich habe Ihnen eine Zusammenfassung wichtiger Aspekte aus dem Ihnen vorliegenden Beitrag von Christoph Scherrer1 präsentiert.
VWL Master
Made in Germany? Es war einmal ein Exportweltmeister. Aufstieg und Fall eines Geschäftsmodells
Viele Dinge, die heute um uns herum passieren und die aufgeregt diskutiert werden, lassen sich nur verstehen, wenn man den Blick zurück richtet und sich anschaut, wie sich das entwickelt hat. Das gilt auch und gerade für komplexe Volkswirtschaften.
Made in Germany: Das Geschäftsmodell der Bundesrepublik steht nach jahrzehntelangem Erfolg am Scheideweg. Wie es dazu kam, wer Deutschland am meisten zusetzt – damit beschäftigen sich Gröbner et al. (2025)1 in einem Beitrag, aus dem hier zitiert werden soll.
China, immer wieder China. Die „Seltenen Erden“ hatten wir schon, aber das Thema ist (nicht nur, aber gerade auch) für Deutschland viel größer
Wir hatten in der VWL-Veranstaltung bereits das Thema Lieferengpässe bei den sogenannten „Seltenen Erden“ als ein Beispiel aus der aktuellen weltwirtschaftlichen Entwicklung angesprochen. Vor dem Hintergrund der von China verhängten Lieferbeschränkungen bzw. -einstellungen dieser gerade für die Industrie so bedeutsamen Metalle. Auch hier stand und steht der große Konflikt zwischen den USA und China im Mittelpunkt, wir sind sozusagen der Kollateralschaden dieser immer heftiger geführten Auseinandersetzung zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Der aggressive Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump und die zunehmend aggressiver werdenden Reaktionen der Chinesen haben dann zu dem neuen Lieferproblemen bei den „Seltenen Erden“ geführt. Zwischenzeitlich haben sich die beiden Streithähne vorübergehend zusammengerauft und die Eskalationsspirale wieder zurück gedreht. China hat in Aussicht gestellt, vorläufig mal die Belieferung wieder für ein Jahr laufen zu lassen (obgleich aus der Praxis berichtet wird, dass es weiterhin massive Störungen in den Lieferketten gibt, aber das wird in den Medien gar nicht mehr behandelt).