Das große Rätselraten: Was hat es mit dieser Inflation auf sich? Ist sie gekommen, um bald wieder zu gehen? Oder wird sie bleiben und ansteigen? Fragen über Fragen

Wir haben uns aus gutem Grund festgebissen am Thema Inflation. Die war jahrelang kein Problem, eher das Gegenteil, denn die offiziellen Inflationsraten beispielsweise für den Euro-Raum lagen in den vergangenen Jahren immer teilweise sogar deutlich unter den „knapp unter 2 Prozent“, die von der EZB als Zielerreichung hinsichtlich der Geldwertstabilität ausgegeben wird. Es gab in der Vergangenheit sogar immer wieder Debatten über das „Deflationsgespenst“.

Nun sind, wie wir gesehen haben, die aktuellen Preissteigerungsraten wieder auf einem ganz anderen Niveau (der Plural Preissteigerungsraten wird hier ganz bewusst verwendet). Und als Reflex auf diese Entwicklung sehen wir eine Diskussion, in der zum einen versucht wird, Ängste zu relativieren und von einem nur vorübergehenden Ausschlag der Inflationsraten auszugehen, während ein anderer Teil der Diskutanten die Gefahr einer Verfestigung einer hohen Inflation an die Wand malt.

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Die Türkei schon wieder: Die kontrafaktische Erdoğansche Geldpolitik

Ich hatte Ihnen im letzten Beitrag einige vertiefende Ausführungen zur Situation in der Türkei, vor allem zu der dort herrschenden Inflation mit auf den Weg gegeben. Und in den Ihnen vorliegenden Materialien zum Fallbeispiel Türkei wurde auch die aus Sicht vieler Volkswirte hoch problematische Zinspolitik der türkischen Zentralbank angesprochen. Und was bekommen wir jetzt für Nachrichten aus der Türkei?

Sie haben es schon wieder getan! Als wir über das Fallbeispiel Türkei gesprochen haben, ging es u.a. um die drastische Zinssenkung der türkischen Notenbank um zwei volle Prozentpunkte auf 16 Prozent. Und nun werfen Sie einen Blick auf die von mir aktualisierte Abbildung – da sehen Sie am aktuellen Rand, dass der Leitzinssatz mittlerweile bei 15 Prozent angekommen ist bzw. genauer: abgesenkt wurde. Eine weitere Zinssenkung.

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Das Fallbeispiel Türkei. Ein Nachtrag zu der ungleichen Betroffenheit von „der“ Inflationsrate

Ich hatte Ihnen in der Vorlesung im Kontext der Behandlung des Themas Inflation (und „der“ Inflationsrate als Fallbeispiel eine Aufarbeitung dessen präsentiert, was derzeit in der Türkei passiert. Ausgangspunkt war der Beitrag Gefangen in der Lira-Inflationsspirale von Angela Göpfert: »Die Inflationsrate in der Türkei ist auf knapp 20 Prozent gestiegen. Das Land ist gefangen in einer Spirale aus fallender Lira und steigenden Inflationsraten – und das bittere Ende kommt erst noch.«

Wir haben bei der Besprechung des Fallbeispiels gesehen, dass man eine ganze Reihe an volkswirtschaftlichen Zusammenhängen berücksichtigen muss, um die sehr hohe Inflationsrate verstehen zu können. Zum einen wird der immer dramatischere Kursverfall der türkischen Lira als Auslöser für die enorme Preissteigerung in der Türkei identifiziert. »Die billige Lira verteuert Waren-Importe aus dem Ausland. Das lässt die Kosten für Unternehmen und die Lebenshaltungskosten vieler Türken steigen. Die logische Folge: steigende Inflationsraten. In der Volkswirtschaftslehre wird dieser Teufelskreis aus Währungsabwertung und anziehenden Verbraucherpreisen auch als Abwertungsspirale bezeichnet.«

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Das Herbstgutachten 2021 ist da. Was sagen die Institute für das noch laufende Jahr und für 2022? Und was sagen sie zu den Folgen und den Umgang mit der Corona-Krise?

Ich hatte in der Veranstaltung bereits darauf hingewiesen, dass es immer wiederkehrende volkswirtschaftlich bedeutsame Informationsquellen gibt, wie dem Jahresgutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, umgangssprachlich auch als die „fünf Wirtschaftsweisen“ bezeichnet. Oder den jährlich veröffentlichten Frühjahrs- und Herbstgutachten eines Konsortiums von mehreren Wirtschaftsforschungsinstituten, die von der Bundesregierung beauftragt werden, diese Gutachten einschließlich einer Prognose der weiteren Entwicklung vorzulegen.

Nun ist diese Tage das Herbstgutachten 2021 veröffentlicht worden:

➔ Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose (2021): Krise wird allmählich überwunden – Handeln an geringerem Wachstum ausrichten. Gemeinschaftsdiagnose #2-2021, Halle (Saale), Oktober 2021

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Der Blick in die volkswirtschaftliche Glaskugel. Die Ergebnisse des Arbeitsauftrags zu den Prognosen des realen Wirtschaftswachstums für 2021 und 2022

Wir hatten uns in der letzten Veranstaltung mit dem Arbeitsauftrag beschäftigt, den ich Ihnen gegeben hatte mit Blick auf die Prognosen das reale Wirtschaftswachstum für das noch laufende Jahr sowie für 2022 von der Bundesregierung im Jahreswirtschaftswirtschaftsbericht angefangen bis hin zu den Einzelvorhersagen diverser Wirtschaftsforschungsinstitute.

Wir haben dann die Werte gemeinsam in der Veranstaltung in die Tabelle eingetragen und diskutiert. Hier das Ergebnis:

Das Besondere der „Corona-Krise“ aus ökonomischer Sicht

Sie wissen: Ökonomen denken immer in ihrer eigenen Kategorienwelt. Dort spielen Angebot und Nachfrage eine zentrale Rolle (und die Preise, die sich auf Märkten bilden oder dort – denken sie an monopolistische Märkte – gesetzt werden). Die Ausrichtung der Perspektive auf die beiden Seiten der Märkte pflanzt sich fort bis in den Bereich der Wirtschaftspolitik, beispielsweise bei den unterschiedlichen Zugangsweisen der angebots- und der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik. Vor diesem Hintergrund könnte man ausgehen von der Fragestellung: Um was für eine Krise handelt es sich eigentlich? Schlägt die auf der Angebotsseite der Wirtschaft zu? Oder auf der Nachfrageseite? Oder vielleicht auf beiden Seiten? Wir müssen uns für einen Antwortversuch Hilfe holen aus der volkswirtschaftlichen Debatte über diese Frage.

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Der „Nobelpreis“ für Wirtschaftswissenschaften. Same procedure in jedem Oktober. Dieses Jahr gibt es den für „natürliche Experimente“ in der Ökonomie

Ach, der „Nobelpreis“ für Wirtschaftswissenschaften. Same procedure every Oktober eines Jahres. Alle warten gespannt, wer es denn diesmal sein wird. Und manche, die der Anruf aus Stockholm trifft, sind dann wirklich überrascht, weil das, wofür sie geehrt werden, schon ziemlich lange zurückliegt. Auch wenn es manchen weh tun mag – es muss darauf hingewiesen werden, dass es sich bei diesem Preis eigentlich um eine Art Fake-Preis handelt, denn der noble Alfred würde sich im Grab umdrehen, wenn er das könnte und mitbekommen würde, welches Kuckuckskind sich da in sein Preisträger-Nest geschmuggelt hat.

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Vom Tag der Deutschen Einheit zu einem volkswirtschaftlichen Kernthema: Wirtschaftswachstum und die Vorhersage der konjunkturellen Entwicklung

Ich hatte heute in der ersten Vorlesung eine Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes zitiert, die anlässlich des Tags der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2021 veröffentlicht wurde: Corona-Krise wirkt sich auf die Wirtschaftsbranchen in Ost und West ähnlich aus, so ist die überschrieben. Es gibt Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede. Und immer wieder wird auf die seit nunmehr 30 Jahren fortbestehenden Unterschiede zwischen West und Ost hingewiesen, auch wenn sich zwischenzeitlich durchaus eine Menge angeglichen hat.

Wer sich darüber – aus Sicht der Bundesregierung – genauer und vor allem materialreicher informieren möchte, dem sei hier dieser Bericht empfohlen:

Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit (Juli 2021): »Der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, Parlamentarischer Staatssekretär Marco Wanderwitz, betont: „In den letzten 30 Jahren ging es darum, die durch Teilung und Transformation bedingten Unterschiede zu verkleinern. Dafür hatten wir eine Regionalpolitik mit spezifischer Ausrichtung für die neuen Länder aufgelegt. Der Maßstab für die innere Einheit hat sich nunmehr verändert: weg von einer Perspektive des Auf- und Nachholens, hin zur gemeinsamen Gestaltung der Zukunft. Deshalb fördern wir seit 2020 nicht mehr nach Himmelsrichtung, sondern nach tatsächlichem Bedarf. Gleichwertige Lebensverhältnisse bleiben das übergeordnete Ziel, für das die Instrumente immer neu justiert werden müssen, überall in Deutschland. Die innere Einheit bleibt ebenfalls eine Daueraufgabe. Sie muss die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft bewältigen. Trotz der Einschnitte durch die Corona-Pandemie hat die Bundesregierung in der nun auslaufenden Legislaturperiode eine Vielzahl von Initiativen und Programmen zur Gestaltung der Strukturwandelprozesse und zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse auf den Weg gebracht.“«

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Wenn man mal nachlesen möchte (oder muss): Lehrbücher zur Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspolitik

Wir werden uns in der VWL-Vorlesung im Master-Studiengang – der ja Grundkenntnisse der Volkswirtschaftslehre voraussetzt, die hier nicht (mehr) behandelt werden können – mit ausgewählten Schwerpunktthemen und deren volkswirtschaftlichen Dimensionen beschäftigen. Immer wieder werden dabei Grundbegriffe erwähnt werden, bei denen sich dem einen oder anderen von Ihnen die Frage stellen wird, was das denn nochmal war.

Vor diesem Hintergrund ist es für viele sicher hilfreich, wenn sie die Möglichkeit haben, den einen oder anderen Begriff oder auch bestimmte Modelle und Themenfelder, die auch in der Vorlesung angesprochen werden, einmal in Ruhe nachzulesen und nachzuarbeiten.

Also habe ich Ihnen einige Lehrbücher zusammengestellt. Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Bücher war, dass Sie kostenlos Zugang zu diesen Büchern haben. Sie können die Bücher in der Bibliothek – und das auch von zu Hause, wenn Sie sich über VPN mit der Hochschule verbinden – vollständig als PDF-Ausgaben herunterladen und damit arbeiten. Nutzen Sie dieses tolle Angebot unserer Bibliothek.

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